Forstwirtschaftliche Gesamtrechnung

Forstwirtschaftliche Gesamtrechnung (FGR): Österreichergebnisse 2020

Die Forstwirtschaft sah sich im Jahr 2020 mit einer Reihe von ökologischen und ökonomischen Herausforderungen konfrontiert: klimabedingte Kalamitätsereignisse forderten erneut hohe Schadholzmengen; der Holzmarkt war im Jahresverlauf auf Grund des Überangebots an Schadholz und voller Lagerbestände gesättigt; die Holzindustrie drosselte ihre Nachfrage nach Frischholz, der Einschlag und die Holzpreise gingen im Jahresverlauf stark zurück. Erst gegen Jahresende erholten sich Holzmarkt und Preise mit der besseren Konjunkturlage wieder. Im Vorjahresvergleich sank der Produktionswert des forstwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs lt. vorläufigen Berechnungen um 13,4%. In der Folge waren auch Wertschöpfung und Einkommen der heimischen Forstwirtschaft stark rückläufig.

Der Produktionswert des forstwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs belief sich 2020 auf rd. 1,7 Mrd. Euro. Davon entfielen 80,6% auf die Produktion forstwirtschaftlicher Güter (Forstbaumpflanzen, Zuwachs von Waldbäumen, Sägerundholz, Industrierundholz und Rohholz für die energetische Nutzung) und 19,4% auf sonstige Güter und Dienstleistungen (forstwirtschaftliche Dienstleistungen, nicht trennbare Nebentätigkeiten und andere Produkte). Bei einem Holzeinschlag von 16,8 Mio. Erntefestmetern ohne Rinde (-11,2%; vgl. BMLRT (2021): Holzeinschlagsmeldung 2020) und deutlich rückläufigen Holzpreisen sank der Produktionswert forstwirtschaftlicher Güter um 14,7% auf rd. 1,4 Mrd. Euro. Zum Tragen kam dabei insbesondere der starke Rückgang beim mengenmäßig wichtigsten Sortiment Sägerundholz (-18,3%). Das Industrierundholz verzeichnete das größte Minus (-23,1%). Der Rückgang beim Rohholz für die energetische Nutzung gegenüber dem Vorjahr fiel insgesamt kleiner aus (-5,3%). Der Produktionswert von Sägerundholz belief sich auf rd. 0,5 Mrd. Euro, der des Industrierundholzes auf rd. 0,1 Mrd. Euro und jener des Rohholzes für die energetische Nutzung auf rd. 0,3 Mrd. Euro. Der monetär bewertete Zuwachs an Waldbäumen im wirtschaftlich genutzten Ertragswald betrug rd. 0,4 Mrd. Euro, mit einem Rückgang um 13,9% im Vergleich zum Vorjahr. Die forstwirtschaftlichen Dienstleistungen, welche 2020 rd. 15,6% zum Gesamtproduktionswert beitrugen, verblieben auch 2020 auf hohem Niveau, nahmen aber gegenüber dem Vorjahr um 8,9% ab. Die nichtforstwirtschaftlichen Nebentätigkeiten, mit einem Anteil am Produktionswert des forstwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs von rd. 3,2%, nahmen ebenso leicht ab (-2,2%). Andere Produkte (Nebennutzungen, sonstige forstwirtschaftliche Erzeugnisse), welche lediglich 0,6% des gesamten Produktionswertes ausmachten, zogen kräftig an (+5,9%).

Die Vorleistungen der Forstwirtschaft beliefen sich auf rd. 1 Mrd. Euro (-12,1%). Dieser Wert inkludiert die Nutzung von stehendem Holz, die sich auf rd. 0,3 Mrd. Euro belief (-23,7%). Die Abschreibungen für das Anlagevermögen machten rd. 0,2 Mrd. Euro aus (+1,2%).

Die Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen (diese errechnet sich aus dem Produktionswert des forstwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs abzüglich der Vorleistungen) sank um 15%. Bei der Nettowertschöpfung zu Herstellungspreisen, d.h. nach Abzug der Abschreibungen, betrug der Rückgang 19,6% und beim Faktoreinkommen 17,4%. Noch deutlich stärkere Einbußen gab es beim Nettounternehmensgewinn (-29,7%). In der Folge sank der Anteil des Nettounternehmensgewinns am Produktionswert des Wirtschaftsbereichs auf 15,4% (Zehnjahresmittel 2011-2020: 25,8%)

Ausführlichere Informationen entnehmen Sie bitte dem Schnellbericht „Forstwirtschaftliche Gesamtrechnung für Österreich 2020“.

Methodische Hinweise zur FGR

Die Forstwirtschaftliche Gesamtrechnung ist ein Satellitenkonto zum System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen, das auf den Wirtschaftsbereich Forstwirtschaft abstellt. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Analyse des Produktionsprozesses in der Forstwirtschaft und des darin erzielten Primäreinkommens. Die FGR wurde in Österreich im Jahr 2001 entsprechend den Vorgaben des Eurostat-Handbuchs zur landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Gesamtrechnung LGR/FGR 97 (Rev.1.1) aufgebaut. Im Jahr 2019 wurden die Datenreihen der FGR grundlegend überarbeitet und auf die Methodik gemäß European Forest Accounts (EFA Fragebogen, Tabellenblatt B.1. ökonomische Kennzahlen der Forstwirtschaft) umgestellt. Nähere Erläuterungen zu den durchgeführten Revisionen finden sich in den methodischen Hinweisen zur FGR.

Den dargestellten Berechnungen der Forstwirtschaftlichen Gesamtrechnung liegt die mit Anfang Juli 2021 verfügbare Datenbasis zugrunde. Da zu diesem Zeitpunkt einige Ausgangsdaten der FGR noch nicht verfügbar bzw. teilweise noch nicht endgültig waren, handelt es sich um vorläufige Ergebnisse.

Regionale Forstwirtschaftliche Gesamtrechnung (Regionale FGR): Bundesländerergebnisse 2019

Der Schwerpunkt der forstlichen Erzeugung Österreichs liegt in Niederösterreich, der Steiermark, Oberösterreich und Kärnten. 2019 wurden vom Produktionswert des forstwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs in der Höhe von rd. 2,2 Mrd. Euro 26,1% in Niederösterreich und 23,0% in der Steiermark erzielt. Die Anteile Oberösterreichs und Kärntens beliefen sich auf 17,1% bzw. 15,1%. Tirol trug 7,3%, Salzburg 5,7%, das Burgenland 3,5%, Vorarlberg 2,0% und Wien 0,2% bei.

Im Vorjahresvergleich verzeichneten sämtliche Bundesländer eine Abnahme des forstlichen Gesamtproduktionswerts, mit den stärksten Rückgängen in Vorarlberg (-20,6%) und der Steiermark (-19,3%). Etwa dem Österreichschnitt (-11,0%) entsprach die Entwicklung des Gesamtproduktionswerts im Burgenland (-12,0%), in Salzburg (-11,2%), Kärnten (-10,6%) und Wien (-10,1%). In Niederösterreich (-7,9%), Tirol (-4,9%) und Oberösterreich (-4,0%) fielen die Einbußen etwas schwächer aus.

Die forstliche Bruttowertschöpfung war ebenfalls in der Steiermark (-17,2%) und Vorarlberg (-17,1%) am stärksten rückläufig, gefolgt von Salzburg (-13,3%), Kärnten (-12,5%) und Tirol (-11,2%). Niedriger als im Bundesmittel (-10,8%) waren die Verluste im Burgenland (-9,4%), Niederösterreich (-8,2%), Oberösterreich (-2,4%) sowie in Wien (-0,9%).

Ausführlichere Informationen entnehmen Sie bitte dem Schnellbericht „Forstwirtschaftliche Gesamtrechnung nach Bundesländern 2019“.

Methodische Hinweise zur regionalen FGR

In Ergänzung zur Forstwirtschaftlichen Gesamtrechnung (FGR) für Österreich stellt die regionale FGR Daten über die wirtschaftliche Lage in der Forstwirtschaft auf Ebene der Bundesländer bereit. Sie zeigt regionale Disparitäten auf und liefert Informationen über den Beitrag der einzelnen Bundesländer zum Gesamtproduktionswert bzw. zur Wertschöpfung in der heimischen Forstwirtschaft.

Die Ergebnisse der regionalen FGR für ein bestimmtes Berichtsjahr werden jeweils im Oktober des Folgejahres veröffentlicht. Bei den gegenständlichen Daten für 2019 handelt es sich um vorläufige Ergebnisse, welche mit dem Stand der nationalen FGR vom Oktober 2020 konsistent sind.

FGR: Ergebnisse im Überblick
FGR: Produktionskonto
FGR: Einkommensentstehungskonto
FGR: Unternehmensgewinnkonto
FGR: Vermögensbildungskonto
Regionale FGR: Zusammensetzung des Produktionswerts des Wirtschaftsbereichs Forstwirtschaft zu Herstellungspreisen im Jahr 2020 (Werte zu laufenden Preisen)
Regionale FGR: Ergebnisse im Überblick
Regionale FGR: Produktionswert, Vorleistungen und Bruttowertschöpfung des Wirtschaftsbereichs Forstwirtschaft nach Bundesländern im Jahr 2019

FGR: Zusammensetzung der forstwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020
Produktionswert des forstwirtschaftlichen Wirtschaftsbereiches zu Herstellungspreisen, nominelle Entwicklung
Hauptgrößen der Forstwirtschaftlichen Gesamtrechnung, nominelle Entwicklung
Regionale FGR: Anteile der Bundesländer am Produktionswert des Wirtschaftsbereichs Forstwirtschaft zu Herstellungspreisen im Jahr 2019


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Forstwirtschaftliche Gesamtrechnung für Österreich 2020

Erscheinungsdatum: 07/2021

 
 

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Forstwirtschaftliche Gesamtrechnung nach Bundesländern 2019

Erscheinungsdatum: 10/2020

 
 

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Statistik der Landwirtschaft 2019

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Statistik der Landwirtschaft 2018

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Statistik der Landwirtschaft 2017

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