IKT-Einsatz in Unternehmen 2021

In Zeiten von COVID-19 bietet die Digitalisierung in vielen Bereichen Vorteile, flexibel auf veränderte Gegebenheiten reagieren zu können. Computer und Internet sind seit vielen Jahren fixer Bestandteil in österreichischen Unternehmen. Breitbandinternet ist als Basis für leistungsfähige und schnelle Datenübertragungen fest etabliert. Dadurch wird auch das Nutzen von Cloud Services erleichtert, also IKT-Dienste, die durch Service Provider über Internet bereitgestellt werden und ortsunabhängig genutzt werden können. 40% der Unternehmen griffen 2021 auf solche Dienste zurück. Auch datenintensive Systeme wie smarte Geräte oder Technologien der Künstlichen Intelligenz können zunehmend über schnelle Datennetze genutzt werden, wie sich in der aktuellen Erhebung zeigt.

Die Ergebnisse stammen aus einer Erhebung, die zum 21. Mal von Statistik Austria durchgeführt wurde, und aus Angaben von rund 3.050 Unternehmen ab zehn Beschäftigten aus den Wirtschaftszweigen (ÖNACE 2008)

  • Herstellung von Waren,
  • Energie- und Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen,
  • Bau,
  • Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen,
  • Verkehr und Lagerei,
  • Beherbergung und Gastronomie,
  • Information und Kommunikation,
  • Grundstücks- und Wohnungswesen, Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen,
  • Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen sowie
  • Reparatur von Datenverarbeitungs- und Telekommunikationsgeräten

hochgerechnet wurden. Die Befragung der Unternehmen wurde von Februar bis Juli 2021 durchgeführt. Berichtszeitraum war – wenn nicht anders angegeben – der Befragungszeitpunkt. Da alle EU-Mitgliedsländer durch eine Verordnung verpflichtet sind, Daten zum IKT-Einsatz in Unternehmen mit Hilfe eines einheitlichen Fragenprogramms zu liefern, ist es möglich, die Ergebnisse innerhalb der EU zu vergleichen (Ergebnisse auf EU-Ebene werden für Ende 2021 erwartet). Detaillierte EU-Ergebnisse zum Thema Informationsgesellschaft finden Sie auf der Website von Eurostat.

Der Internetzugang österreichischer Unternehmen näherte sich 2021 der 100%-Marke an. Konkret hatten 99% aller befragten Unternehmen Internetzugang, davon fast alle über Breitbandverbindungen. Die Nutzung fester Breitbandverbindungen wie DSL, Kabel oder Glasfaser lag mit 90% knapp 5 Prozentpunkte vor der Nutzung mobiler Breitbandverbindungen (Internetverbindungen über Mobilfunknetze wie UMTS, HSPA, 4G/LTE oder 5G).

Die Digitalisierung wurde durch die Corona-Pandemie nochmals beschleunigt. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (56%) berichtete, die Anzahl der Video-Meetings im Jahr 2020 erhöht zu haben. COVID-19 spielte dabei in 99% der Unternehmen eine Rolle, in 77% der Unternehmen war COVID-19 sogar der alleinige Grund für die vermehrten Videokonferenzen. In rund einem Drittel der befragten Unternehmen stieg auch die Anzahl an Beschäftigten mit Remote-Zugriff auf das E-Mail System des Unternehmens (38%) sowie die Anzahl an Beschäftigten mit Remote-Zugriff auf Netzwerk, Software, Applikationen oder Dokumente des Unternehmens (38%). Erneut zeigte sich der Einfluss von COVID-19. Konkret war COVID-19 in 97% der Unternehmen teilweise oder allein für den Anstieg im ersteren Fall und in 98% der Unternehmen für den Anstieg im zweiteren Fall verantwortlich.

Insgesamt verkauften im Jahr 2020 25% aller Unternehmen Waren oder Dienstleistungen über Websites, Apps oder Online-Marktplätze und erzielten auf diesem Weg einen Umsatz von rund 30,2 Mrd. €. Der Großteil dieses Umsatzes (86%), rund 25,9 Mrd. €, wurde über die eigene Unternehmenswebsite oder -App (einschließlich Websites oder Apps einer Unternehmensgruppe) erzielt, während 4,3 Mrd. € (14%) über von anderen Unternehmen betriebene Online-Marktplätze generiert wurden.

Mit dem Verkauf von Waren oder Dienstleistungen über EDI-basierte Systeme (z.B. XML, EDIFACT; ausgenommen E-Mails) konnten von 7% der Unternehmen rund 71,1 Mrd. € Umsatz erzielt werden.

Cloud Services wurden von 40% der Unternehmen eingesetzt, ein Plus von 2 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Der Anteil großer Unternehmen (250 und mehr Beschäftigte) war deutlich höher (75%) als der Anteil der mittelgroßen (50-249 Beschäftigte; 55%) und kleinen Unternehmen (10-49 Beschäftigte; 37%). Es zeigt sich eine deutliche Präferenz von Cloud Services wie "Software as a service" und „Infrastructure as a service", die von 90% bzw. 74% der Unternehmen eingesetzt wurden, während nur 28% der Unternehmen Cloud Services wie "Platform as a service" nutzten.

Smarte Geräte erfreuen sich noch größerer Beliebtheit, sie wurden mittlerweile in 51% der Unternehmen angewendet. Auch hier zeigt sich ein Größenvorteil, da bereits 74% der großen Unternehmen smarte Geräte nutzen, während der Anteil der mittelgroßen und kleinen Unternehmen erst bei 63% bzw. 48% lag. Der beliebteste Anwendungsbereich vernetzter Geräte war die Gebäudesicherheit (z.B. intelligente Alarmsysteme, Zutrittssysteme oder Sicherheitskameras; 41% aller Unternehmen). Der Bereich des Energiemanagements wurde am zweithäufigsten genannt (z.B. intelligente Stromzähler, Lampen oder Thermostate; 19%).

Technologien, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basieren, werden aktuell von 9% aller Unternehmen eingesetzt und primär für die Texterkennung und -verarbeitung (z. B. Text Mining; 56% der Unternehmen mit KI-Nutzung) sowie zur Datenanalyse (z. B. Maschinelles Lernen, Deep Learning; 42%) genutzt. Sie werden am häufigsten in den Bereichen Organisation betriebswirtschaftlicher Prozesse sowie im Marketing und Verkauf eingesetzt (30% bzw. 29% der Unternehmen mit KI-Nutzung). Noch gibt es einige Hindernisse am Weg zur KI-Nutzung. Unternehmen, welche die Einführung solcher Technologien in Betracht gezogen, sich aber dagegen entschieden haben, berichteten vor allem von einem Mangel an Fachwissen im Unternehmen sowie zu hohen Kosten (57% bzw. 50% dieser Unternehmen).

Ergebnisse im Überblick: Internetzugang, Breitbandverbindungen, Website, Social Media und Cloud Services 2003 bis 2021

Aktuelle Ergebnisse über den IKT-Einsatz in Unternehmen

Internetzugang, Website, Social Media und Cloud Services 2021
Breitbandverbindungen 2021
Cloud Services 2021
Smarte Geräte oder Systeme 2021
Technologien basierend auf Künstlicher Intelligenz 2021
Zwecke der Technologien basierend auf Künstlicher Intelligenz 2021
Video-Meetings und Remote-Zugriffe im Jahr 2020
Verkäufe über E-Commerce im Jahr 2020
Umsätze über E-Commerce im Jahr 2020

Zeitreihen (ÖNACE 2008)

Internetzugang 2003 bis 2021
Feste Breitbandverbindungen 2003 bis 2021
Mobile Breitbandverbindungen 2010 bis 2021
Cloud Services 2014 bis 2021

Unternehmen mit Breitbandverbindungen 2021
Unternehmen mit Website und Social Media 2021 - nach Beschäftigtengrößenklassen
Umsätze der über E-Commerce abgewickelten Verkäufe im Jahr 2020
Anwendungsbereiche vernetzter Geräte in Unternehmen 2021
Einführung von Technologien basierend auf Künstlicher Intelligenz
Künstliche Intelligenz (KI) in Unternehmen 2021
Fortschreitende Digitalisierung in Unternehmen im Jahr 2020
Einfluss der COVID-19-Pandemie auf die IKT-Nutzung in Unternehmen im Jahr 2020
Unternehmen, die ihre Beschäftigten mit tragbaren Geräten mit mobilem Internetzugang über Mobilfunknetze ausgestattet haben, im 2020 EU-Vergleich
Unternehmen mit Cloud Services 2020 im EU-Vergleich
Unternehmen mit Verkäufen über Websites, Apps oder Online-Marktplätze 2020 im EU-Vergleich
Unternehmen mit vernetzten Geräten oder Systemen (Internet of Things) 2020 im EU-Vergleich
Infografik IKT in Unternehmen 2021

IKT-Einsatz in Unternehmen Preis in € *)Kostenloser Download

 
 

IKT-Einsatz in Unternehmen 2020

Erscheinungsdatum: 04/2021

 
 

17,00

 
 

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IKT-Einsatz in Unternehmen 2019

Erscheinungsdatum: 4/2020

 
 

17,00

 
 

(PDF, 2 MB)

 
 

IKT-Einsatz in Unternehmen 2018

Erscheinungsdatum: 05/19

 
 

17,00

 
 

(PDF, 2 MB)




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