Einbürgerungen

Langfristiger Trend

Die Zahl der Einbürgerungen lag in den 1980er Jahren bei rund 7.800 Personen pro Jahr. Mit der stark steigenden Zahl in Österreich lebender ausländischer Staatsangehöriger erhöhten sich ab Mitte der 1990er Jahre auch die Einbürgerungszahlen stark. So wurden 1997 knapp 16.000 in Österreich lebende Ausländerinnen und Ausländer eingebürgert, 1999 rund 25.000 und im Jahr 2003 fast 45.000. Seit dem Jahr 2004 ist die Zahl der Einbürgerungen rückläufig und fiel bis 2010 auf 6.190 Fälle, und damit um mehr als vier Fünftel im Vergleich zum Höchstwert von 2003. Noch weniger Einbürgerungen als 2010 gab es in Österreich zuletzt Anfang der 1970er Jahre (wenn die Einbürgerungen von Personen mit Wohnsitz im Ausland mitgerechnet werden). Von 2011 bis 2019 stieg die Zahl der Einbürgerungen wieder von 6.754 auf 10.606, gefolgt von einem Rückgang auf 8.996 Fälle im Jahr2020. Dem folgte ein deutlicher Anstieg auf 16.171 im Jahr 2021, was nahezu ausschließlich auf die Einführung der Möglichkeit der Einbürgerung von Nachkommen von Opfern des NS-Regimes zurückzuführen ist.

Bezieht man die Einbürgerungen auf die ausländische Bevölkerung (Einbürgerungsrate), so war zwischen 1991 und 2003 ein kontinuierlicher Anstieg auf mehr als das Doppelte zu verzeichnen. In den 1980er und 1990er Jahren entfielen auf 100 ausländische Staatsangehörige im Durchschnitt 2,4 Einbürgerungen, von 2000 bis 2005 lagen die Raten bei 5,0%. Seither sinkt die Einbürgerungsrate wieder und liegt 2021 unter dem Niveau der zehn vorangegangenen Jahre (0,7%) bei einem vorläufigen Wert von 0,6%.

Aktuelle Jahresergebnisse

Die Zahl der Einbürgerungen war 2021 mit insgesamt 16.171 um 79,8% höher als im Jahr davor (8.996 Fälle) und auch um 52,5% höher als 2019 (10.606 Fälle), also vor Beginn der Corona-Pandemie. Insgesamt 6.448 Personen, denen die österreichische Staatsbürgerschaft 2021 verliehen wurde, hatten ihren Wohnsitz zum Zeitpunkt der Einbürgerung im Ausland. Die Zahl der Einbürgerungen von Personen mit Wohnsitz im Inland lag 2021 mit 9.723 Personen um 10,5% über jener von 2020 (8.796 Personen), jedoch um 7,4% unter der von 2019 (10.500 Personen), dem letzten Jahr vor Beginn der COVID-19-Pandemie. Daraus ergibt sich eine vorläufige Einbürgerungsrate von 0,6% für 2021, also gleich wie die Rate von 2020 und etwas weniger als die Rate von 2019 (0,7%). Insgesamt war die Zahl der Einbürgerungen 2021 mit 16.171 deutlich höher als in den Vorjahren, was nahezu ausschließlich auf die Einführung der Möglichkeit der Einbürgerung von Nachkommen von Opfern des NS-Regimes zurückzuführen ist. Für diese Personen, die überwiegend im Ausland leben, besteht seit 1.9.2020 die Möglichkeit einer Einbürgerung, ohne dafür ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben zu müssen (§58c StbG Abs. 1a und 1b). Im Jahr 2021 erhielten 6.427 Personen unter diesem Rechtstitel die österreichische Staatsbürgerschaft, das entspricht 39,7% aller Einbürgerungen dieses Jahres.

Ein Fünftel (21,0%) aller 2021 Eingebürgerten wurde bereits in Österreich geboren. 8.169 (50,5%) der Eingebürgerten waren Frauen; der Anteil der Kinder unter 18 Jahren betrug 30,1% (4.870 Personen).

Personen, die nach §58c eingebürgert wurden, sind am öftesten Angehörige der folgenden drei Staaten: Israel (2.612 bzw. 16,2% aller 2021 Eingebürgerten), Vereinigte Staaten (1.630 bzw. 10,1%) und Vereinigtes Königreich (1.152 bzw. 7,1%). Aus anderen Gründen Eingebürgerte waren zuvor am häufigsten Staatsangehörige der Türkei (1.101 bzw. 6,8%), Bosnien und Herzegowinas (921 bzw. 5,7%) sowie Serbiens (782 bzw. 4,8%).

In fast allen Bundesländern wurden im Jahr 2021 mehr Personen eingebürgert als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, einzig in der Steiermark waren es weniger. Einbürgerungen nach §58c StbG betrafen nur 73 Personen mit Wohnsitz in Österreich, somit ist ein regionaler Vergleich mit den Vorjahren davon nahezu unbeeinflusst. Bei einer insgesamt niedrigeren Einbürgerungszahl gab es 2021 im Vergleich zu 2019 in drei Bundesländern (Kärnten, Tirol und Vorarlberg) mehr Einbürgerungen, wobei die ersten beiden davon ein Plus von jeweils 14,4% aufwiesen. Mit nahezu einem Viertel (-24,4% von 2019 auf 2021) besonders stark fiel dagegen der Rückgang der Einbürgerungen in der Steiermark aus. Auch im Vergleich zwischen 2020 und 2021 war hier ein Rückgang von 10,3% zu verzeichnen. Salzburg wies mit -16,0% gegenüber 2019 den zweitstärksten Rückgang auf, während es hier im Vergleich zum Jahr 2020 um 0,8% mehr Einbürgerungen gab.

Mehr als drei Viertel aller Einbürgerungen 2021 (12.610 bzw. 78,0%) erfolgten nach Erfüllung aller Voraussetzungen für eine Einbürgerung auf Grund eines Rechtsanspruchs. Darunter wurden 6.427 (39,7%) Nachkommen politisch Verfolgter (§58c, Abs. 1a und Abs. 1b) eingebürgert, 4.633 Personen nach mindestens sechsjährigem Wohnsitz in Österreich und aus besonders berücksichtigungswürdigen Gründen (z. B. nachgewiesene Deutschkenntnisse und nachhaltige Integration, Geburt in Österreich, EWR-Staatsangehörigkeit oder asylberechtigt, §11a, Abs. 4, Abs. 6 sowie Abs. 7), 632 Personen auf Grund der Ehe mit einem Österreicher bzw. mit einer Österreicherin (§11a, Abs. 1 u. Abs. 2), 483 Personen aufgrund eines mindestens 15-jährigen Wohnsitzes in Österreich und nachhaltiger Integration (§12, Z. 1) sowie 177 außereheliche Kinder bzw. Wahlkinder bis 14 Jahre (§11b und §12 Abs. 2). Weitere 911 Personen (5,6%) erhielten die Staatsbürgerschaft im Ermessen, darunter 849 Personen nach mindestens zehnjährigem Wohnsitz (§10, Abs. 1). Unter dem Titel "Erstreckung der Verleihung" wurden 2.323 Kinder (§17) sowie 327 Ehepartner (§16) eingebürgert.

Informationen zur Methodik, Definitionen

Die Statistik der Einbürgerungen basiert auf den Angaben aus den rechtskräftigen Bescheiden über die Verleihung der Staatsbürgerschaft der Ämter der Landesregierungen Österreichs und wird im Auftrag des Bundesministeriums für Inneres durchgeführt. Die Statistik der Einbürgerungen dokumentiert sämtliche durch Willenserklärung des Erwerbers und nachfolgendem Behördenakt bewirkte Arten des Erwerbs der Staatbürgerschaft nach StbG 1985, idF Novelle 2020 (§§ 10 bis 17, 25, 57, 58c und 64a), nicht hingegen die automatischen Erwerbsarten wie Geburt oder Legitimation eines nichtehelichen Kindes. Die Einbürgerungsstatistik umfasst sowohl Einbürgerungen von in Österreich als auch von im Ausland wohnhaften Personen.

Bei den seit Inkrafttreten der Novelle 2019 am 1.9.2020 möglichen Einbürgerungen von Nachkommen politisch Verfolgter (§58c Abs. 1a und 1b) gilt wie bei §58c Abs. 1 als "statistisches Wirkungsdatum der Einbürgerung" das Bescheid-Ausstellungsdatum und nicht das Datum des Einlangens der Anzeige bei der Behörde. Personen, die nach §58 eingebürgert werden, müssen ihre bisherige Staatsangehörigkeit nicht aufgeben.

Die Ergebnisse für 2014 sind vorläufig, da gemäß einer Novelle des Staatsbürgerschaftsgesetzes aus dem Jahr 2013 vor dem 1. September 1983 geborene minderjährige eheliche und legitimierte Kinder bis Ende April 2014 einen Antrag auf Erwerb der Staatsbürgerschaft nach §64a Abs.18 stellen konnten. Zahlreiche dieser Verfahren sind noch nicht abgeschlossen, da für die betreffenden Personen noch Bestätigungen von ausländischen Botschaften vorgelegt werden müssen. Erst nach Abschluss dieser Verfahren kann eine endgültige Zahl der Einbürgerungen für 2014 ermittelt werden.

Eingebürgerte Personen seit 2011 nach ausgewählten Merkmalen
Einbürgerungen seit 1946 nach Bundesland bzw. Ausland
Eingebürgerte Personen im Inland seit 2011 nach dem Rechtsgrund
Eingebürgerte Personen und Einbürgerungsrate seit 1991 nach Bundesland bzw. Ausland
Eingebürgerte Personen seit 2011 nach bisheriger Staatsangehörigkeit
Eingebürgerte Personen seit 2006 nach bisheriger Staatsangehörigkeit und Bundesland bzw. Ausland
Einbürgerungen seit 2002 nach Quartalen und Wohnbundesland bzw. Ausland

Eingebürgerte Personen im Inland und Einbürgerungsrate seit 1971
Einbürgerungen 2004 bis 2021 nach häufigster bisheriger Staatsangehörigkeit
Einbürgerungen 2004 bis 2021 nach Rechtsgrund

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