Krebs im Überblick

Im Jahr 2019 wurden in Österreich bei 41.775 Menschen Krebsneuerkrankungen dokumentiert, 22.614 bei Männern und 19.161 bei Frauen. Bei 10.926 Männern und 9.411 Frauen führte eine Krebserkrankung im Jahr 2019 zum Tod. Damit sind Krebserkrankungen für etwa ein Viertel der jährlichen Todesfälle verantwortlich. Tendenziell gehen aber sowohl das Risiko einer Neuerkrankung als auch das Sterblichkeitsrisiko zurück. Zum Jahresende 2019 lebten in Österreich 375.749 Personen mit der Diagnose Krebs.

In den zehn Jahren bis 2019 ging bei den Männern die um den Altersstruktureffekt bereinigte Neuerkrankungsrate der bösartigen Tumore um 11,3% auf 557,6 Fälle pro 100.000 Männer zurück; für die Altersstandardisierung wurde die Europäische Standardbevölkerung 2013 verwendet. Ebenso sank die Krebssterberate im gleichen Zeitraum um 17,3%. Auch bei den Frauen lag die altersstandardisierte Neuerkrankungsrate 2019 unter den Werten von 2009, allerdings nur um 7,2% (392,8 pro 100.000 Frauen); die Krebssterberate sank in diesem Zeitraum um 9,3%.

Das Risiko, bis zum 75. Lebensjahr an Krebs zu erkranken, war unter Zugrundelegung der altersspezifischen Erkrankungsverhältnisse von 2019 bei den Männern 1,4-mal so hoch wie bei den Frauen. Das Risiko für Männer, bis zu ihrem 75. Lebensjahr an einem bösartigen Tumor zu erkranken, erreichte 2000 mit 39,8% seinen höchsten Wert und ging in den darauffolgenden Jahren bis zum aktuellen Diagnosejahr 2019 auf 31,6% zurück. Das Risiko für Frauen, bis zu ihrem 75. Lebensjahr an einem bösartigen Tumor zu erkranken, blieb im selben Zeitraum mit etwa 25% gleich; 2019 war es 23,1%.

Die häufigste Krebserkrankung bei Männern ist seit 1994 Prostatakrebs, im Jahr 2019 mit 6.018 Fällen (bzw. 149,6 pro 100.000 Männer). Nach einem Rückgang gab es in den vergangenen Jahren wieder einen Anstieg an neu diagnostizierten Prostatakrebsfällen. Lungenkrebs, vom Prostatakrebs an die zweite Stelle der häufigsten Krebsleiden verdrängt, zeigt einen nach Geschlechtern stark unterschiedlichen Verlauf: Während das Erkrankungsrisiko der Männer seit Jahren stark sank (die Zahl der Neudiagnosen blieb etwa gleich), stieg das der Frauen stetig an. Bei den Frauen ist Brustkrebs seit jeher die häufigste Krebslokalisation, mit 5.682 Fällen im Jahr 2019 (bzw. 117,5 pro 100.000 Frauen). Die altersstandardisierten Raten der Neuerkrankungen an Brustkrebs und an Eierstockkrebs gingen in den letzten zehn Jahren zurück. Die bösartigen Neubildungen des Magens sanken ebenfalls kontinuierlich, und zwar sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen. Auch die Anzahl der bösartigen Neubildungen des Dickdarmes verringerte sich im Zeitverlauf bei beiden Geschlechtern. Bei anderen Krebsarten blieb die Zahl der Neuerkrankungen weitgehend unverändert.

Für einen regionalen Vergleich der Krebsneuerkrankungen eignen sich ebenfalls altersstandardisierte Raten, um den Einfluss unterschiedlicher Bevölkerungsstrukturen auszuschalten. Da das Risiko an Krebs zu erkranken für ältere Menschen deutlich höher ist, müssen die Daten vor einem regionalen Vergleich um diesen Effekt bereinigt werden. Bei den regionalen Unterschieden spielen auch regionale Screening Programme sowie die Meldefrequenz der Krankenanstalten eine Rolle. Kärnten wies im Jahresdurchschnitt 2017-2019 die höchste altersstandardisierte Rate auf, gefolgt von Tirol und der Steiermark. Die geringsten altersstandardisierten Inzidenzraten wurden im Burgenland und in Salzburg verzeichnet (410,1).

Das Tumorstadium bei der Diagnose ist ein wichtiges Kriterium für die Prognose einer Krebserkrankung und wird daher nach Möglichkeit bei allen Krebserkrankungen aufgezeichnet. Die Ergebnisse zum Tumorstadium bilden die Situation bei Diagnosestellung ab. Im Jahresdurchschnitt 2017-2019 gab es 42.279 Neuerkrankungen. Davon wurde etwa ein Drittel aller Tumore diagnostiziert, solange der Tumor noch auf das Organ beschränkt war (lokalisiertes Tumorstadium: 32,9%). Ein Fünftel der Diagnosen wurde erst gestellt, als der Tumor bereits die Organgrenzen durchbrochen hatte (regionäre Lymphknotenmetastasen, regionalisiertes Tumorstadium: 22,6 %). Bei weiteren 12,3% der neu diagnostizierten Fälle wurden bereits Fern-Metastasen entdeckt (disseminiertes Tumorstadium). Systemische Erkrankungen, d.h. bösartige Neubildungen der lymphatischen und blutbildenden Organe, sind keinem dieser Prognosestadien zuordenbar und machten 7% aller Tumore 2017-2019 aus. 25,3% der Tumore konnten keinem Erkrankungsstadium zugeordnet werden, da entweder die Angaben auf der Krebsmeldung mangelhaft waren (18,3%) bzw. bei DCO-Fällen keine Information über das Erkrankungsstadium vorlag (7,0%).

Ergebnisse im Überblick: Malignome (Neuerkrankungen pro Jahr) nach Lokalisation und Geschlecht, Österreich seit 2009
Detailergebnisse: Malignome (Neuerkrankungen pro Jahr) nach Lokalisation und Geschlecht, Österreich seit 1983
Carcinoma in situ (CIS)-Fälle (Neuerkrankungen pro Jahr) nach Lokalisation und Geschlecht, Österreich seit 2009

Die häufigsten Tumorlokalisationen nach Geschlecht (2019)
Die häufigsten Tumorlokalisationen in Absolutzahlen (2019)

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