Einkommensteuerstatistik 2019

Bei der Einkommensteuerstatistik handelt es sich um eine Vollerhebung mit sekundärstatistischem Charakter, da Daten der Finanzverwaltung ausgewertet werden. Sie basiert auf 1.003.680 Einkommensteuerveranlagungen. Veranlagt werden (natürliche) Personen, die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, selbständiger Arbeit, Gewerbebetrieb, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung und/oder sonstige Einkünfte beziehen. Die Besteuerung bei nichtselbständiger Arbeit erfolgt grundsätzlich durch Lohnsteuerabzug, den der Arbeitgeber vornimmt. Lohnsteuerpflichtige, die auch Einkünfte aus einer oder mehreren der o. a. Einkunftsarten beziehen, werden auch zur Einkommensteuer veranlagt. Der Einkommensteuertarif ist progressiv konzipiert, wobei nach der Einkommensteuerreform 2016 nun sechs Steuersätze in einer Bandbreite zwischen 25 Prozent und 55 Prozent zur Anwendung gelangen.

Veranlagungsfälle

Die Einkommensteuerstatistik 2019 weist 1.003.680 Veranlagungsfälle (-15.740 oder -1,5% gegenüber dem Vorjahr), davon 700.712 Steuerfälle (-18.490 oder - 2,6%) und 302.968 Nullfälle (+2.750 oder +0,9%), aus. Nullfälle sind zur Einkommensteuer veranlagte Personen, die zwar grundsätzlich steuerpflichtig sind, bei denen sich aber entweder durch zu geringe Einkünfte oder durch Verluste oder Abzug von Sonderausgaben kein oder nur ein minimales zu versteuerndes Einkommen ergibt, weshalb keine oder nur eine geringfügige Steuer vorgeschrieben wird, die sich durch diverse Steuerabsetzbeträge entweder auf Null reduziert oder zu einer Gutschrift führt. Die Nullfälle werden bei den folgenden Ausführungen außer Acht gelassen.

Einkünfte und Festgesetzte Einkommensteuer

Gegenüber 2018 stieg das Volumen der Einkünfte der Steuerfälle auf 35,9 Mrd. Euro (+0,5%). Das zu versteuernde Einkommen betrug 35,2 Mrd. Euro (+1,3%), die festgesetzte Einkommensteuer belief sich auf 11,3 Mrd. Euro (+0,4%), wodurch sich eine Steuerbelastungsquote von 32,0% ergab. Im Veranlagungsjahr 2010 wurde der „Gewinnfreibetrag“ für Einkünfte aus „Land- und Forstwirtschaft“, „Selbständiger Arbeit“ und „Gewerbebetrieb“ wirksam. Gewinne aus diesen Einkunftsarten werden automatisch um den Grundfreibetrag (3.900 Euro) gekürzt. Bei entsprechenden Investitionen kann zusätzlich der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag bis zu einer Höhe von 45.350 Euro (inkl. Grundfreibetrag) in Anspruch genommen werden. Dies bedeutet, dass die Einkünfte der genannten Einkunftsarten nur noch um den Gewinnfreibetrag gekürzt dargestellt werden können. Die meisten (saldierten) Einkünfte wurden aus der Einkunftsart „Nichtselbständige Arbeit“ mit 19,8 Mrd. Euro bezogen, gefolgt von den Einkünften aus „Selbständiger Arbeit“ mit 7,6 Mrd. Euro und jenen aus „Gewerbebetrieb“ mit 5,7 Mrd. Euro.

Bemessungsarten

Differenziert man die Steuerfälle nach Bemessungsarten, so waren 98,2% unbeschränkt steuerpflichtig, lediglich 12.292 oder 1,8% hatten ihren Wohnsitz im Ausland und waren mit ihren in Österreich erzielten Einkünften nur beschränkt steuerpflichtig (unter den Nullfällen befanden sich noch weitere 10.374 beschränkt Steuerpflichtige).

Innerhalb der Gruppe der unbeschränkt Steuerpflichtigen wird zwischen nur nach Tarif Besteuerten (638.103 Personen) und solchen mit „anderen Bemessungsarten“ unterschieden, wie Grenzgänger, d.s. in Österreich ansässige Arbeitnehmer, die im benachbarten Ausland (Deutschland, Schweiz, Italien oder Liechtenstein) ihren Arbeitsplatz haben und in der Regel an jedem Arbeitstag von ihrem Wohnort auspendeln. Für diese Gruppe der Grenzgänger (25.137 Personen) steht Österreich das Besteuerungsrecht zu. 24.007 Steuerpflichtige hatten einen Progressionsvorbehalt (wobei ausländische Einkünfte zwar nicht besteuert, jedoch zur Ermittlung des auf die inländischen Einkünfte anzuwendenden Steuersatzes herangezogen werden).

Erwähnenswert ist noch jene Gruppe von Steuerpflichtigen (2.265), deren Einkünfte zum Teil oder zur Gänze mit dem halben Steuersatz zu besteuern waren. Es handelt sich dabei um außerordentliche Einkünfte wie z.B. Einkünfte aus besonderen Waldnutzungen, Einkünfte aus der Verwertung patentrechtlich geschützter Erfindungen und um Einkünfte aus Betriebsaufgaben. Im Berichtsjahr 2009 hatten noch über 16.000 Steuerpflichtige Einkünfte, die mit dem halben Steuersatz besteuert wurden, weil bis dahin auch nicht entnommene Gewinne unter diese Regelung gefallen waren.

Einkommensstufen und Geschlecht

Mit einem fallmäßigen Anteil von 61,7% trugen die Männer 70,8% zu den Gesamteinkünften bei und erzielten 75,1% des Steueraufkommens. Sie versteuerten durchschnittlich 57.800 Euro und zahlten 19.600 Euro Einkommensteuer, woraus sich eine Steuerbelastungsquote von 33,9% ergab. Die korrespondierenden Vergleichszahlen für die Frauen betrugen 38.200 Euro, 10.500 Euro sowie 27,4%. Bei einer Gesamtbetrachtung lag das durchschnittliche zu versteuernde Einkommen bei 50.300 Euro, die festgesetzte Einkommensteuer bei 16.100 Euro und die Steuerbelastungsquote bei 32,0%. Der Median des zu versteuernden Einkommens – das ist jener Wert, den jeweils die Hälfte der Steuerpflichtigen über- bzw. unterschreitet - lag bei 33.400 Euro. 60.812 Steuerpflichtige hatten ein Jahreseinkommen von mehr als 100.000 Euro; dabei standen 48.554 Männer 12.258 Frauen gegenüber.

Regionalgliederung

Im bundesweiten Durchschnitt (mit den beschränkt Steuerpflichtigen) lag der Gesamtbetrag der Einkünfte der Männer mit 58.800 Euro um +50,5% über jenem der Frauen (39.100 Euro), wobei große regionale Unterschiede zu Tage traten. In den Bundesländern Vorarlberg (+61%) und Salzburg (+61%) war der Vorsprung der Männer besonders groß. Am geringsten fielen die Einkommensvorteile der Männer in Wien mit +42% aus.

Der landesweite Durchschnitt (ohne die beschränkt Steuerpflichtigen) der Gesamtbetrag der Einkünfte für Männer und Frauen von 51.900 Euro wurde in 23 der insgesamt 94 Politischen Bezirke (Wien als ein Bezirk) überschritten, in 71 Bezirken lag er darunter. Die fünf einkommensstärksten Bezirke waren Mödling (65.300 €), Stadt Wels (62.200 €), Tulln (60.800 €), Stadt Linz (58.900 €) sowie Wien mit 58.900 €. Die niedrigsten Werte wurden in den Bezirken Hollabrunn (40.200 €), Braunau (40.500 €) und Rust (40.900 €) erzielt. Innerhalb der Bundeshauptstadt lagen die durchschnittlichen Einkünfte im ersten Wiener Gemeindebezirk mit 89.100 € bei weitem am höchsten; in Döbling betrug der Wert 82.200 € und in Hietzing 77.700 €. Wien erzielte im landesweiten Durchschnitt mit 18,5% der Steuerpflichtigen 21,0% aller Einkünfte und trug mit 22,9% zum Steueraufkommen bei.

Hinweis: Die Broschüre „Statistik der Einkommensteuer 2019“ kann nach ihrer Fertigstellung samt allen Tabellen gratis als pdf-Datei heruntergeladen werden! Klicken Sie hierzu auf den Reiter „Publikationen“ (siehe unten).

Hauptergebnisse der Einkommensteuerstatistiken für die Jahre 2015 bis 2019
Steuerfälle 2019: Haupterhebungsmerkmale nach Einkommensstufen
Steuerfälle 2019: Haupterhebungsmerkmale nach Bundesländern
Steuerfälle 2019: Einkünfte (nach Ausgleich mit Verlusten) nach Bundesländern

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Statistik der Einkommensteuer 2019

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